Sie brauchen das nicht auszufüllen…

Es ist nicht meine Art, mich öffentlich über Leute auszulassen, wenn diese keine Möglichkeiten haben dazu Stellung zu nehmen, aber in diesem Fall lässt sich das Ganze nur schwer für sich behalten. Der Dialog, der wohl der Auslöser für diesen Artikel ist, ist schnell dargelegt.
Ich komme ins Büro meiner Bafög-Sachbearbeiterin, Vorstellung, Begrüßung, etc. Ich habe Probleme zu verstehen warum mein Vater ein Formular ausfüllen muss, auf dem der Grad meiner Körperbehinderung steht, schließlich bin ich nicht körperlich behindert. Das fragte ich sie. Worauf ich folgende Antwort bekam:

Das müssen Sie ausfüllen, damit Sie mehr Geld bekommen, aber wenn Sie sich dadurch beleidigt fühlen, lassen Sie es.

Auf meine erneuten Erklärungsversuche, dass ich es doch so mit Sicherheit nicht meine, erntete ich eine Behandlung von oben herab wie ich sie nicht mehr erlebt habe, seitdem ich 12 gewesen bin und die Aussage, dass doch klar ist, dass ich dort unterschreiben muss wo „Vater des Antragsstellers“ steht. Ab dem Punkt wo sie mir erklärte, dass es noch andere Behinderungen als körperliche gibt, bat ich sie, sie solle mir einfach sagen was ich wo hinschreiben soll, damit der Antrag einfach bearbeitet werden kann.
An diesem Punkt fällt es mir schwer davon auszugehen, dass sowas an meinem Autismus liegen soll wie es immer wieder gerne erklärt wird. Manchmal wäre das Leben schon um Längen einfacher wenn Menschen zuhören würden.

 

2 thoughts on “Sie brauchen das nicht auszufüllen…”

  1. q.dee

    Erst sagst du ihr, du seist gar nicht körperbehindert, und später erklärt sie dir dann, dass es auch andere Behinderungen gibt?
    Immerhin war sie so fair, von sich aus den Hint zu geben, dass du dich beleidigt fühlen darfst.

  2. n3rd

    Das ist NT-Logik, ist doch klar!
    Weil du körperlich behindert bist, muß dein Vater das ausfüllen, bei geistigen Behinderungen darfst du es dann vielleicht selbst, aber das Formular haben sie noch nicht entworfen. 😉

    Außerdem ist nicht unbedingt automatisch klar, daß du das unterschreiben mußt, da hilft aber Kontextanalyse weiter (Sachen wie: Ist es Teil einer Folge von mehreren Formularen, welche sich auch schon an dich richteten? Richteten sich die anderen Beschriftungen auch an den Vater: also ist der Vordruck ungeeignet, aber du sollst ihn trotzdem ausfüllen, wie öfter üblich (man nimmt es da nicht so genau, da ist der Akt der Aktargstellung an sich wichtiger als der Inhalt!)? Notfalls stufenweise abfragen, ob da dein Vater unterschreiben soll.).

    Ich hab da eher Probleme, bei den Grundsachen, wußte noch gar nicht, daß man sich da vorstellen sollte, ich lege da nach der Begrüßung gleich mit meinem Anliegen los…

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